1/2018, 25.06.2021

SG Groß Quassow fährt nach Berlin

Verein aus Mecklenburg-Vorpommern qualifiziert für Bundesfinale „Sterne des Sports“

Berlin ist immer eine Reise wert. Im Januar 2018 hat die Hauptstadt für die SG Groß Quassow einen ganz besonderen Reiz. Am 24. Januar wird Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die wertvollste Auszeichnung im deutschen Vereinssport, den „Großen Stern des Sports“ in Gold, verleihen. Zusammen mit dem Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Alfons Hörmann, und der Präsidentin des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), Marija Kolak, zeichnet er soziales Engagement von Sportvereinen aus.

Mit dem „Oscar des Breitensports” wird die wertvolle Arbeit der Vereine für unsere Gesellschaft gewürdigt. Ihre Arbeit wirkt u.a. bei Integration und Inklusion, bei Umweltschutz und der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen oder Senioren. Mit der Initiative „Mit Fußball zurück ins Leben” hat sich aus dem Bundesland Mecklenburg-Vorpommern der Verein SG Groß Quassow für die Gala der Sieger im Gebäude der DZ-BANK am Brandenburger Tor in der Mitte Berlins qualifiziert. Die Spannung wird groß sein - bis feststeht, wer von den Landessiegern mit dem „Großen Stern des Sports“ in Gold 2017 ausgezeichnet wird.

Die SG Groß Quassow leistet schon seit 15 Jahren vorbildliche Resozialisierungsarbeit mit jugendlichen Straftätern. Das Projekt „Mit Fußball zurück ins Leben“ richtet sich an junge Strafgefangene aus der Jugendanstalt Neustrelitz, die in das Vereinsleben integriert werden. Im Jahr 2002 wurde die Jugendanstalt samt eines Fußballplatzes eröffnet. „Da lag es nahe, mit dem neuen Platz auch irgendetwas zu machen“, erzählt Ingo Böttcher, Vorsitzender des Vereins und selbst Vollzugsbeamter. „Beamte der Jugendanstalt knüpften damals Kontakte zur SG Groß Quassow und dann ging es los.“ Bei entsprechender Eignung und positiver Entwicklung dürfen die Jugendlichen aus dem Gefängnis Mitglied im Fußballverein werden. Sie erhalten dann einen offiziellen Spielerpass des DFB und nehmen am Spielbetrieb der Kreisklasse teil. Vereinssitzungen, gemeinschaftliche Abende, wöchentliches Training, Freundschafts- und Punktspiele: Mit Hilfe einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung wird die Resozialisierung vorangetrieben.

Da es sich bei der Jugendanstalt um einen geschlossenen Vollzug handelt, müssen die Jugendlichen nach den Aktivitäten immer zurück ins Gefängnis. Hilfe erhalten sie dabei auch von den Teamkollegen. Bei den Fahrten von und zu Training und Spielen werden sie persönlich abgeholt und begleitet. Zahlreiche Gefangene sind Mitglieder der SG Groß Quassow geworden, einer hat sich inzwischen als Schiedsrichter ausbilden lassen. „Es wird viel über Resozialisierung gesprochen, bei der SG Groß Quassow wird sie von den ehrenamtlich tätigen Vereinsmitgliedern tatsächlich gelebt“, sagt Andreas Brühl, Bereichsleiter Privatkunden bei der Raiffeisenbank Mecklenburger Seenplatte.

Die „Sterne des Sports“ gibt es seit 2004. Der Bundessieger erhält am Ende als Auszeichnung für sein Engagement einen Scheck über 10.000 Euro. Und auch die anderen platzierten Vereine können sich über Preisgelder freuen, insgesamt werden beim Bundesfinale 30.000 Euro ausgeschüttet. Durch zusätzliche Geldprämien auf Regional- und Landesebene flossen so den teilnehmenden Vereinen in den zurückliegenden Jahren rund 5,5 Millionen Euro als Anerkennung und zur Förderung ihres gesellschaftlichen Engagements zu.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.sterne-des-sports.de