30/2021, 20.10.2021

Mehr Inklusion bei Sportveranstaltungen

Projekt “Event-Inklusionsmanager*in im Sport“ im digitalen Format gestartet

Wie können Sportveranstaltungen inklusiv werden? Und wie können Menschen mit Behinderungen mit ihrer Expertise als hauptberuflich Tätige für mehr Barrierefreiheit im Sport sorgen? Über solche und viele weitere Fragen wurde im Rahmen der digitalen Kick-Off-Veranstaltung des Projekts “Event-Inklusionsmanager*in im Sport” am 28. April diskutiert.

“Eventinklusionsmanagement – der Name ist Programm: wie verbinden wir unser wichtiges Werteelement der Inklusion durch gekonntes Management mit den vielschichtigen Sportevents? Für unsere 100 Mitgliedsorganisationen und die 90.000 Sportvereine ist das klare Verpflichtung einerseits und Herzensangelegenheit andererseits. Wo wenn nicht im Sport besteht die einmalige Möglichkeit barrierefrei zu denken und konkret zu handeln? Viele unserer Vereine sind bereits mustergültig aktiv, sodass wir mehr und mehr von echter und ganzheitlicher Barrierefreiheit sprechen können – körperlich und geistig wollen wir barrierefrei agieren und wertvolle Brücken in der Gesellschaft bauen,” so die Worte von DOSB-Präsident Alfons Hörmann zu Beginn der Veranstaltung.

Am Vormittag gab es ein buntes Programm, u. a. mit Grußworten von Bundesminister für Arbeit und Soziales, Hubertus Heil, und dem Behindertenbeauftragten der Bundesregierung, Jürgen Dusel. Dusel machte in seinen Eingangsworten deutlich, dass das Thema Barrierefreiheit und Inklusion kein Nischenthema ist. “Demokratie braucht Inklusion. Nur eine inklusive Gesellschaft ist eine demokratische Gesellschaft. Das gilt für alle Lebensbereiche – Auch für den Sport! Barrierefreiheit ist ein Qualitätsmerkmal für ein modernes Land, eine moderne Organisation sowie für den modernen Sport.”

In der anschließenden Podiumsdiskussion erfolgte ein Rückblick auf das inzwischen abgeschlossene Projekt „Sport-Inklusionsmanager*in“, um die dort gewonnenen Erkenntnisse auf das neue Projekt „Event-Inklusionsmanager*in im Sport“ (kurz: EVI-Projekt) zu übertragen. Neben ehemaligen Sport-Inklusionsmanager*innen und Arbeitgeber*innen nahm auch Paralympics-Siegerin Verena Bentele als ehemaliges Beiratsmitglied des Projekts an der Diskussion teil. “In einer inklusiven Welt geht es darum den Sport im Verein so gut zu organisieren und barrierefrei zu machen, dass alle Menschen daran teilhaben können,” so Bentele.

Nach der Vorstellung der Ziele und Vorhaben des EVI-Projekts diskutierten in einer Expert*innenrunde u. a. Dr. Rolf Schmachtenberg, Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und DOSB-Vizepräsidentin Prof. Dr. Gudrun Doll-Tepper, wie bei Sportveranstaltungen mehr Inklusion und Barrierefreiheit umgesetzt werden kann. DOSB-Vizepräsidentin Prof. Dr. Gudrun Doll-Tepper über die besondere Bedeutung von Event-Inklusionsmanager*innen: “Sport ist mehr! Es geht darum, Menschen mit Behinderungen zu qualifizieren und in unterschiedlichen Funktionen in die Organisation von Sportveranstaltungen aktiv mit einzubeziehen.” Moderiert wurde die Veranstaltung von Radweltmeisterin Denise Schindler. Nach der Veranstaltung konnten sich Interessent*innen interaktiv mit der EVI-Projektleitung austauschen.

Das fünfjährige EVI-Projekt eröffnet Menschen mit Behinderungen mehr Chancen im Arbeitsmarkt Sport und ermöglicht vermehrte inklusive und barrierefreie Sportveranstaltungen. Der DOSB fördert in zwei Phasen insgesamt 24 Stellen für Menschen mit Schwerbehinderungen in den Mitgliedsorganisationen, jeweils für zwei Jahre und 30 Stunden pro Woche, finanziert vom BMAS aus Mitteln des Ausgleichsfonds. Ein weiteres Ziel des Projekts ist die Vernetzung mit Behinderten- und Selbsthilfeorganisationen, um gemeinsam die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention voranzubringen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des EVI-Projekts.