28/2021, 31.07.2021

Felix Kühnle mit “Gold” ausgezeichnet

DOSB-Wissenschaftspreise 2019/2020 virtuell übergeben

Über den DOSB-Wissenschaftspreis in Gold freut sich Professor Dr. Felix Kühnle von der Technischen Universität Darmstadt. Im diesjährigen virtuellen Festakt am 23. April wurde Kühnle für seine Dissertation zum Thema „Depression im Spitzensport. Psychisches Leiden als Kommunikationsthema“ mit Gold ausgezeichnet. Fünf weitere Arbeiten wurden mit dem Wissenschaftspreis in Silber und Bronze geehrt. Neben DOSB-Präsident Alfons Hörmann, DOSB-Vizepräsidentin Prof. Dr. Gudrun Doll-Tepper und den Mitgliedern des Preis-Kuratoriums nahmen auch Freund*innen und Angehörige der Gewinner*innen am virtuellen Festakt teil.

DOSB-Vizepräsidentin Gudrun Doll-Tepper verwies in ihren Begrüßungsworten auf die passende Terminierung des Wissenschaftspreises am “Welttag des Buches”. “Der DOSB-Wissenschaftspreis erfreut sich ungebrochen großer Beliebtheit. Zahlreiche hochkarätige Bewerberinnen und Bewerber haben sich mit interessanten und aufschlussreichen Erkenntnissen um diese Auszeichnung beworben. Die Liste der preisgekrönten Arbeiten der Preisträgerinnen und Preisträger legt ein eindrucksvolles Zeugnis der hohen sportwissenschaftlichen Forschungsleistung in Deutschland ab”, so Doll-Tepper.

Professor Dr. Felix Kühnle setzte sich im Wettbewerbsjahr 2019/2020 gegen insgesamt 34 weitere eingereichte Arbeiten aus unterschiedlichen Gebieten und Disziplinen der Sportwissenschaft durch. Besonders an seiner Dissertation ist, dass er ein im öffentlichen Diskurs viel kommuniziertes Thema “Depression im Spitzensport” aufgreift und erstmals rundum die sozialen Bedingungen beleuchtet. Er analysiert kritisch die Kommunikation über depressive Spitzenathlet*innen, welche deren Schicksal wesentlich beeinflusst. Kühnle grenzt sich damit klar von bisher vorherrschenden medizinisch-psychiatrischen und psychologischen Blickwinkeln ab.

“Wo wären wir in unserem Land, wenn die Wissenschaft nicht an vielen Stellen rechtzeitig darauf hinweisen würde, was kommt, was kommen kann oder warum etwas gekommen ist? Es gibt zahlreiche Nahtstellen zwischen Sport und Wissenschaft, die gekonnt gepflegt werden müssen. Der Wissenschaftspreis ist ein wichtiges und wertvolles Element, die Synergien zwischen Wissenschaft und Sport immer wieder aktiv zu leben und wechselseitig im Dialog zu bleiben”, so DOSB-Präsident Alfons Hörmann über die besondere Wichtigkeit der wissenschaftlichen Begleitung im Sport.

Die Moderation dieser besonderen Festakademie wurde von Dr. Marcel Reinold übernommen, der vor vier Jahren selbst mit dem DOSB-Wissenschaftspreis ausgezeichnet wurde. Insgesamt wurden sechs Arbeiten vom Preis-Kuratorium unter Vorsitz von Professor Dr. Achim Conzelmann für den DOSB-Wissenschaftspreis ausgezeichnet. Den Wissenschaftspreis in Silber erhielten Dr. Philipp Baumert (Liverpool John Moores University) für seine Arbeit „The Physiological and Genetic Factors Underpinning the Response to Muscle Damaging Exercise“ sowie Dr. Pavlina Kröckel (Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg) für ihre Dissertation „Big Data Event Analytics in Football for Tactical Decision Support“. Den Wissenschaftspreis in Bronze teilen sich Dr. Dennis Krämer (Universität Hamburg/„Intersexualität im Sport - Eine Diskursanalyse über die mediale und medizinische Verhandlung des intersexuellen Körpers im Sport“), Dr. Julia Lohmann (Universität Freiburg „Trainer*innenverhalten in Gesundheitssportkursen“) sowie PD Dr. Hagen Wäsche (Karlsruher Institut für Technologie/ „Soziale Strukturen und Netzwerke im Sport: Analysen und Steuerungsansätze struktureller Bedingungen sportbezogenen Handelns“). Alle Arbeiten wurden im Rahmen einer moderierten Interviewrunde kurz in ihren Grundzügen von den Preisträger*innen selbst vorgestellt. Dabei kam nicht nur die eigene Motivation zur Arbeit sowie deren Ergebnisse, sondern auch die besondere Bedeutung für die Sportpraxis zur Sprache.

Alle zwei Jahre vergibt der DOSB den Wissenschaftspreis für herausragende sportwissenschaftliche Qualifikationsarbeiten in deutscher oder englischer Sprache in den Kategorien Gold, Silber und Bronze. Entscheidende Kriterien für die Beurteilung der eingereichten Arbeiten sind ihre wissenschaftliche Qualität, ihre Originalität und ihre gesellschaftliche Relevanz. Voraussetzung ist, dass jene Arbeiten an einer deutschen Universität als Promotions- oder Habilitationsleistung angenommen wurden. Der DOSB regt mit seinem Wissenschaftspreis insbesondere Arbeiten an, die aktuellen Fragen des organisierten Sports thematisieren. Die Gesamtpreissumme beträgt bis zu 12.000 Euro. Im September 2021 beginnt die neue Bewerbungsphase für den DOSB-Wissenschaftspreis 2021/2022.

Weitere Informationen zum DOSB-Wissenschaftspreis erhalten Sie bei Christian Siegel (siegel@dosb.de) und unter www.dosb.de/wissenschaftspreis.