25/2021, 12.05.2021

DOSB fordert Privilegierung des „Sports für Kinder und Jugendliche“

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) fordert die Bundespolitik auf, bei der aktuellen Beratung das Infektionsschutzgesetz für eine bundesweite Privilegierung des Sports für Kinder und Jugendliche zu nutzen. „Die Gesellschaft insgesamt und insbesondere die Kinder und Jugendlichen müssen endlich aus der inzwischen über ein Jahr anhaltenden Bewegungslosigkeit befreit werden. Mit Hilfe der bestehenden und bewährten Konzepte des Sports sowie der vielen Engagierten vor Ort können und müssen wir nun zeitnah sicher und verantwortungsvoll wieder starten“, forderte DOSB-Präsident Alfons Hörmann in einem Brief an die Fraktionsvorsitzenden der Regierungskoalition.

Er knüpfte damit an den „Hilferuf“ von DOSB-Vizepräsident Andreas Silbersack an, der am Mittwoch im Sportausschuss den drohenden Verlust einer ganzen Generation beschrieben hatte. Mit Hilfe der bestehenden und bewährten Konzepte des Sports (DOSB-Leitplanken, Übergangsregeln der Fachverbände, DOSB Hygiene Standards usw.) ist der organisierte Sport mit seinen rund 90.000 Vereinen in der Lage, verantwortungsvoll Bewegungsangebote zu machen.

Der organisierte und vereinsbasierte Sport bietet die einzigartige Möglichkeit, die Gesundheit, das soziale Miteinander und das Selbstwertgefühl der jungen Menschen zu fördern. Analog zum Szenario der Schulöffnungen sollte für diese Altersgruppe der Sport im Verein in Gruppen bis zehn Personen unter Einhaltung der Hygienekonzepte zugelassen werden. Auch bei privaten Treffen mit mehreren Personen werden Kinder und Jugendliche nicht auf die maximale Personenzahl angerechnet.

Unterstützung für die Forderung des organisierten Sports kommt auch aus der Wissenschaft. Erst Anfang der Woche hatten führende Aerosol-Forscher in einem offenen Brief auf das marginale Risiko von Infektionen unter Freiluftbedingungen hingewiesen. Jüngste Daten aus Irland sehen nur 0,1 Prozent der Infektionen bei Aktivitäten im Außenbereich. Gleichzeitig zeigen Studien eindeutig, dass regelmäßiges Sporttreiben vor schweren Covid-Verläufen schützt. Auch Ernährungsforscher weisen auf Gesundheitsrisiken für Kinder durch Bewegungsmangel und falscher Ernährung seit Beginn der Pandemie hin. „In unseren Sportvereinen und einem unter klaren Regeln abgehaltenen Sportangebot liegt ein wertvoller Teil der Lösung bei der Bekämpfung der Pandemie“, erklärte Hörmann.

Offener Brief Gesellschaft der Aerosolforscher: http://docs.dpaq.de/17532-offener_brief_aerosolwissenschaftler.pdf

Daten aus Irland zu marginalem Infektionsrisiko bei Freiluftaktivitäten: https://www.irishtimes.com/news/ireland/irish-news/outdoor-transmission-accounts-for-0-1-of-state-s-covid-19-cases-1.4529036

US-Studie zu geringerem Risiko für schweren Covid-Verlauf bei ausreichender Bewegung: Physical inactivity is associated with a higher risk for severe COVID-19 outcomes: a study in 48 440 adult patients | British Journal of Sports Medicine (bmj.com)

Ernährungsforscher des Else Kröner-Fresenius-Zentrums für Ernährungsmedizin (EKFZ) zu Bewegungsmangel und falscher Ernährung bei Kindern: Lifestyle and Body Weight Consequences of the COVID-19 Pandemic in Children: Increasing Disparity - PubMed (nih.gov)